Web-Adressen

By dagobart

[i] Wenn man im Web eine bestimmte Web-Seite erreichen will, gibt man üblicherweise die Web-Adresse der Seite in das Adressfeld des Browsers ein. Eine Web-Adresse ist so etwas wie www.ARD.de. Dort einmal eingegeben, findet im Hintergrund die Namensauflösung statt. Das ist, die Web-Adresse in die tatsächliche Internet-, die IP-Adresse zu übersetzen. Erst mittels dieser IP-Adresse wird der Server oder Host gefunden, auf dem sich die gewünschte Web-Seite befindet.

Wenn man die Web-Site einer bekannten Organisation erreichen will, glückt im Allgemeinen, einfach den offiziellen Namen in das Adressfeld des Browsers einzugeben, gefolgt von .de, also z.B. heise.de. Bei solchen Organisationen kann davon ausgegangen werden, dass die Web-Adresse — insbesondere der Domain-Name, heise.de, — in der Tat derjenigen Organisation gehört, auf deren Web-Seite er führt.

Im Gegensatz dazu gibt es viele Sites im Web, die einem Netzwerk — einem nicht-organisierten, eventuell nicht einmal konstituierten, Zusammenschluss von Personen — gehören. Oder Communities. Für Communities ist geradezu typisch, dass viele Mitwirkende geben — jeder das gibt, was er mag. Manch einer gibt den Domain-Namen für die Site eines Projektes. Das tut er, indem er für die Gebühren aufkommt, die für den Erhalt der Domain anfallen. Oder ein anderer trägt den Server bei, auf dem die Website des Projektes gehostet ist, ebenfalls indem er für die Kosten dafür aufkommt. Das hat als Nebeneffekt, dass die Domain jemand anderem gehört als demjenigen, dem der Server gehört.

Weiterhin kann man per whois-Dienst abfragen, wem welche Web-Adresse gehört. Das führt im Allgemeinen zu der Hausanschrift des Halters der Web-Adresse. Da der Server, auf den diese Adresse verweist, jemandem anderen gehören kann, kann der tatsächliche Server ganz woanders stehen. Ohnehin haben die wenigsten, die eine Website haben, ihren Server zuhause. Der steht üblicherweise in irgendeinem Rechenzentrum.
 

Leider verstehen (deutsche) Behörden diese Zusammenhänge nicht. Dieser Tage ist zum wiederholten Male vorgekommen, dass eine Hausdurchsuchung bei jemanden durchgeführt wurde, der eine Domain hat. Obwohl der Server, für den diese Domain eingetragen ist, jemand anderem gehört. Und der Server ganz woanders steht als bei demjenigen zuhause, der die Domain eingetragen hat.

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